{"id":130,"date":"2012-12-14T14:15:45","date_gmt":"2012-12-14T13:15:45","guid":{"rendered":"http:\/\/faninitiative.at\/index.php\/2012\/12\/14\/dialog-statt-repression-wacker-innsbruck-als-musterbeispiel\/"},"modified":"2012-12-14T14:15:45","modified_gmt":"2012-12-14T13:15:45","slug":"dialog-statt-repression-wacker-innsbruck-als-musterbeispiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/2012\/12\/14\/dialog-statt-repression-wacker-innsbruck-als-musterbeispiel\/","title":{"rendered":"Dialog statt Repression &#8211; Wacker Innsbruck als Musterbeispiel"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-129\" style=\"margin: 0px 10px 10px 0px; float: left;\" src=\"http:\/\/faninitiative.at\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/bochum_tagung.jpg\" alt=\"alt\" height=\"238\" width=\"470\" srcset=\"https:\/\/faninitiative.at\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/bochum_tagung.jpg 405w, https:\/\/faninitiative.at\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/bochum_tagung-300x152.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/>Im Profi-Fu\u00dfball mangelt es nicht an Sicherheitsma\u00dfnahmen, sondern an ehrlicher Kommunikation mit den Fans sowie an der Wahrnehmung und Einbindung von deren Interessen. Warum das Beispiel FC Wacker Innsbruck ein Best-Practice-Modell sein kann, wurde auf einer Tagung in Bochum deutlich.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Fanarbeiter, Polizisten und Wissenschaftler im Dialog<\/strong><\/p>\n<p>Einen besseren Termin h\u00e4tten die Organisatoren vom Lehrstuhl f\u00fcr Kriminologie der Ruhr-Universit\u00e4t nicht ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend in Frankfurt die Mitgliederversammlung der Deutschen Fu\u00dfball-Liga das umstrittene Sicherheitskonzept verabschiedete, fand im verschneiten Bochum eine internationale Tagung unter dem Titel &#8222;Fu\u00dfball und Fans \u2013 Wissenschaftliche Perspektiven&#8220; statt, die wegen der anhaltenden Sicherheitsdiskussion vor allem den Aspekt der Gewaltpr\u00e4vention zum Thema hatte. Dementsprechend hoch war auch das Interesse an der Tagung, was nicht nur die zahlreichen Kamerateams im H\u00f6rsaal bewiesen. Bereits Wochen zuvor hatten die Organisatoren keine Anmeldungen mehr f\u00fcr die Tagung angenommen. Zu dieser waren neben Sozial-, Kultur- und Rechtswissenschaftlern auch erstaunlich viele Personen aus dem Praxisbereich gekommen, unter anderem Ligavertreter, Polizeibeamte, Fanprojekt-Mitarbeiter oder Fanbeauftragte, aber auch einige Ultras von Vereinen aus dem Ruhrgebiet.<\/p>\n<p><strong>Der Fan \u2013 das unbekannte Wesen<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt 27 Vortr\u00e4ge und eine Podiumsdiskussion befa\u00dften sich an zwei Tagen mit der Fu\u00dfball-Fanszene, dem Umgang, den Vereine und Polizei mit den Fans pflegen, aber auch mit Partizipationsm\u00f6glichkeiten der Anh\u00e4nger. Bei vielen Vortr\u00e4gen und den anschlie\u00dfenden Diskussionen wurde dabei deutlich, da\u00df die Wahrnehmung von Fans seitens der Medien aber auch der Verantwortlichen im Fu\u00dfball &#8211; gerade mit Blick auf die Ultraszene &#8211; noch immer von Unkenntnis und Vorurteilen gepr\u00e4gt ist. Selbst Sicherheitsma\u00dfnahmen benennen ihr Handlungsfeld der Fanszene oft mit verallgemeinernden, stereotypen oder veralteten Definitionen. Ob aber die oft als Allheilmittel genannte intensivere Erforschung der Fanszene die Situation verbessert, bleibt fraglich. Jedenfalls solange, bis Fu\u00dfballfans nicht mehr ausschlie\u00dflich als Sicherheitsrisiko, sondern als selbstbestimmte Subkultur betrachtet und auch anerkannt werden.<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfball und Sicherheit in \u00d6sterreich<\/strong><\/p>\n<p>Aus \u00f6sterreichischer Sicht besonders interessant war ein Vortrag von Ireen Christine Winter, Juristin am Institut f\u00fcr Strafrecht und Kriminologie der Universit\u00e4t Wien und Mitglied im Beirat des \u00d6sterreichischen Pr\u00e4ventionskongresses und im Wissenschaftlichen Beirat des Projekts &#8222;Football Research in Enlarged Europe&#8220;. Winter pr\u00e4sentierte die Ergebnisse einer Studie \u00fcber die Sicherheitslage in der \u00f6sterreichischen Bundesliga, die auch auf die Fanszenen-Landschaft und einzelne Sicherheitsma\u00dfnahmen eingeht. Weil die Untersuchung von Bedeutung f\u00fcr das sicherheitspolitische Handeln der Bundesliga und ihrer Vereine, aber auch der Polizei sein d\u00fcrfte, sollte sie auch in den Fanclubs entsprechend diskutiert werden. Nachzulesen sind die Erhebungen im <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Fu%C3%9Fball-Sicherheit-%C3%96sterreich-Christine-Winter\/dp\/toc\/3866762135\">Buch &#8222;Fu\u00dfball und Sicherheit in \u00d6sterreich&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Innsbruck als Beispiel f\u00fcr Dialog mit Fans<\/strong><\/p>\n<p>Doch die Tagung befa\u00dfte sich nicht nur mit dem Aspekt der Gewaltpr\u00e4vention. Einzelne Vortr\u00e4ge stellten die positiven, bislang wenig ber\u00fccksichtigten Seiten der Fankultur heraus, beschrieben Ultragruppierungen als positive Sozialisationsinstanz oder dokumentierten, welchen Beitrag einzelne Faninitiativen zur Demokratisierung des Fu\u00dfballs leisten. Hervorzuheben ist diesbez\u00fcglich vor allem der Vortrag von Gesellschaftswissenschaftler Stefan Hebenstreit, der aufzeigte, warum es sinnvoll sein kann, die Interessen von Fans nicht als Risiko sondern als Chance f\u00fcr die konkrete Vereinspolitik anzusehen. Seine \u00dcberlegungen untermauerte Hebenstreit mit dem Praxisbeispiel des Mitgliedervereins FC Wacker Innsbruck, welches das \u00fcberwiegend deutsche Publikum, aber auch die Teilnehmer aus \u00d6sterreich positiv \u00fcberraschte. Die Einbindung der Fans habe deren Identifikation mit dem Verein und in Folge dessen die Bereitschaft gesteigert, sich aktiv in das Vereinsleben einzubringen \u2013 ein Beispiel wie das soziale Beziehungsgef\u00fcge im Profifu\u00dfball durch die Einbindung von Faninteressen profitieren kann.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Die Fans ernst nehmen&#8220; &#8211; Worth\u00fclse oder ernstgemeiner Vorsatz?<\/strong><\/p>\n<p>In der Abschlu\u00dfdiskussion zeigten sich nicht nur Marco Noli, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Fananw\u00e4lte und Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, sondern auch Hendrik Gro\u00dfe Lefert, Sicherheitsbeauftragter des DFB und Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, einig, da\u00df man die Anliegen der Fans mehr ber\u00fccksichtigen m\u00fcsse. Auch Reinhart Rauball, Pr\u00e4sident der Deutschen Fu\u00dfball-Liga und Vorsitzender bei Borussia Dortmund, bekr\u00e4ftigte diesen Vorsatz. Ob und inwieweit der so oft geforderte Dialog mit den Anh\u00e4ngern umgesetzt und strukturell abgesichert wird und welche Verbesserungen f\u00fcr Fans hieraus erwachsen sollen, bleibt letztlich aber wohl fraglich, zumal die Fronten angesichts der j\u00fcngsten Entwicklung noch immer verh\u00e4rtet zu sein scheinen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Profi-Fu\u00dfball mangelt es nicht an Sicherheitsma\u00dfnahmen, sondern an ehrlicher Kommunikation mit den Fans sowie an der Wahrnehmung und Einbindung von deren Interessen. 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