{"id":17,"date":"2009-08-25T10:01:22","date_gmt":"2009-08-25T08:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/faninitiative.at\/index.php\/2009\/08\/25\/die-kanten-des-runden-leders-fussball-als-spiel-sport-und-spektakel\/"},"modified":"2016-05-29T10:21:11","modified_gmt":"2016-05-29T08:21:11","slug":"die-kanten-des-runden-leders-fussball-als-spiel-sport-und-spektakel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/2009\/08\/25\/die-kanten-des-runden-leders-fussball-als-spiel-sport-und-spektakel\/","title":{"rendered":"\u201eDie Kanten des runden Leders&#8220;"},"content":{"rendered":"<div class=\"imgbox\"><span class=\"mosimage_caption\">Pr\u00e4chtige Bengalenchoreos sind nur ein Teil der vielseitigen Fankultur<\/span><\/div>\n<p>Die Fakult\u00e4t f\u00fcr Bildungswissenschaften der Universit\u00e4t Innsbruck und die Faninitiative Innsbruck organisierten unter dem Motto \u201eDie Kanten des runden Leders&#8220; &#8211; Fu\u00dfball als Spiel, Sport und Spektakel\u201c eine Diskussion\u00a0 mit ExpertInnen aus \u00d6sterreich und Deutschland in offenen Lehrveranstaltungen die Bedeutung des Fu\u00dfballs in der Gesellschaft.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><br \/>\nOffene Lehrveranstaltung<\/strong><\/p>\n<p>Die Fakult\u00e4t f\u00fcr Bildungswissenschaften geht in einem speziellen Lehrprogramm (Freitag und Samstag ab 9 Uhr), das in Zusammenarbeit mit der \u201eFaninitiative Innsbruck\u201c veranstaltet wird, auf das Spektakel der Euro 08 ein und l\u00e4dt dazu auch die interessierte \u00d6ffentlichkeit ein. Kaum eine Sportart fasziniert jung und alt so wie Fu\u00dfball. Als fester Bestandteil der (zumindest europ\u00e4ischen) Massenkultur bietet der Fu\u00dfball und das Drumherum um ihn jede Menge Anschauungsmaterial f\u00fcr menschliche Verhaltensmuster, massenpsychologische Vorg\u00e4nge und verschiedenste kulturelle Ausdrucksweisen. Im Rahmen intertheoretischer Problemfeldanalysen, denen sich die beiden Lehrveranstaltungen unter dem Titel \u201eDie Kanten des runden Leders. Fu\u00dfball als Spiel, Sport und Spektakel\u201c widmen, werden insgesamt sieben in Sachen Fu\u00dfball versierte Wissenschaftler\/innen und Referent\/inn\/en aus \u00d6sterreich und Deutschland ganz unterschiedliche Aspekte der \u201esch\u00f6nsten Nebensache der Welt\u201c beleuchten, die letztlich alle auf ihre Weise geeignet sind, mehr \u00fcber den komplexen Sozial- und Kulturcharakter der Gegenwartsgesellschaft in Erfahrung zu bringen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">I Block Fr\/Sa 30\/31.05.2008<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong>Thema:<\/strong> Fu\u00dfball als das Leben selbst: Fu\u00dfball aus kulturwissenschaftlicher Sicht<br \/>\n<strong>ReferentIn:<\/strong> A.Univ.-Prof. Dr. Roman Horak, Universit\u00e4t Wien)<br \/>\n<strong>Zeit\/Ort:<\/strong> Fr. 30.05.2008 9.00 &#8211; 13 Uhr HS 5 ab 14 Uhr im Fancamp Messehalle<br \/>\nSa. 31.05.2008 9.00 bis 13 Uhr HS 6<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>II Block Fr\/Sa 13\/14.06.2008<\/p>\n<p><\/strong><\/span><strong>Thema:<\/strong> Fu\u00dfball und Ideologieproduktion<br \/>\n<strong>ReferentIn:<\/strong> Univ.-Prof. Dr. Gerhard Vinnai, Uni Bremen<br \/>\n<strong>Zeit\/Ort:<\/strong> Fr. 9.00 \u2013 12.00 Uhr JM HS 1<\/p>\n<p><strong>Thema:<\/strong> Fu\u00dfball und Rassimus<br \/>\n<strong>ReferentIn:<\/strong> Mag. Michael Fanizadeh, Antirassistische Initiative \u201eFairPlay,Wien<br \/>\n<strong>Zeit\/Ort:<\/strong> Fr. 13.30 \u2013 15.00 Uhr JM HS 1<\/p>\n<p><strong>Thema:<\/strong> Fu\u00dfball und \u201epr\u00e4ventiver Sicherheitsstaat\u201c<br \/>\n<strong>ReferentIn:<\/strong> Mag. Mathias Kapferer, Rechtsanwalt, Innsbruck)<br \/>\n<strong>Zeit\/Ort:<\/strong> Fr. 15.30 \u2013 17.00 Uhr JM HS 1<\/p>\n<p><strong>Thema:<\/strong> Fu\u00dfball und Kapitalismus<br \/>\n<strong>ReferentIn:<\/strong> Wiss. MA. Dr. Bernd Lederer, Universit\u00e4t Innsbruck<br \/>\n<strong>Zeit\/Ort:<\/strong> Sa. 9.00 \u2013 10.30 Uhr HS 6<\/p>\n<p><strong>Thema:<\/strong> Fu\u00dfball und Seximus<br \/>\n<strong>ReferentIn:<\/strong> Mag. Antje Hagel, Offenbach<br \/>\n<strong>Zeit\/Ort:<\/strong> Sa. 10.45 \u2013 12.45 Uhr HS 6<\/p>\n<p><strong>Thema:<\/strong> Fu\u00dfball zwischen Kult und Kommerz<br \/>\n<strong>ReferentIn:<\/strong> Dipl.-P\u00e4d. Roger Hasenbein, Aufsichtsrat FC St. Pauli)<br \/>\n<strong>Zeit\/Ort:<\/strong> Sa. 14.00 bis 16.00 Uhr HS 6<br \/>\n<a href=\"http:\/\/orawww.uibk.ac.at\/public_prod\/owa\/lfuonline_lv.details?sem_id_in=08S&amp;lvnr_id_in=603406\" target=\"_blank\"><br \/>\nWeitere Infos auf der Homepage der Universit\u00e4t Innsbruck.<\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong> Weitere Infos zu den Inhalten und den einzelnen Referenten:<br \/>\n<\/strong><\/span><br \/>\n<strong>\u201eFu\u00dfball als das Leben selbst: Fu\u00dfball aus kulturwissenschaftlicher Sicht &#8211; (A.Univ.-Prof. Dr. Roman Horak, Universit\u00e4t Wien):<br \/>\nI Block: Fr. 30.05.2008 9.00 bis 13 Uhr HS 5 ab 14 Uhr im Fancamp Messehalle<br \/>\nSa. 31.05.2008 9.00 bis 13 Uhr HS 6 <\/strong><\/p>\n<p>Fu\u00dfball bezieht seine Attraktivit\u00e4t und Spannung aus der Wechselwirkung von Konkurrenz und Kooperation, aus der Dynamik sich stets \u00e4ndernder Konfigurationen. Jedes Spiel ist eine jeweils eigene Narration, die von Spielern, Schiris und Zusehern erz\u00e4hlt wird und aus sich heraus wiederum eine Vielzahl von weiteren Narrativen und Diskursen evoziert. So gesehen symbolisiert der Fu\u00dfball &#8222;das ganze Leben&#8220;, entlang der Inszenierungen und Metaphorisierungen klassischer Mythen und Polarit\u00e4ten: David vs. Goliath, Arm vs. Reich, Helden vs. Gehilfen, Ungerechtigkeit vs. Gerechtigkeit, Hoffnung vs. Entt\u00e4uschung etc. Fu\u00dfball ist ein m\u00f6gliches (manchmal das einzige) Aufstiegsvehikel, von seiner Anlage her multikulturell und international. Zugleich konzentrieren sich um das Spiel als gesellschaftliches Ph\u00e4nomen exemplarisch aber auch Marginalisierung, Nationalismen, Rassismus und Chauvinismus. Fu\u00dfball ist von seiner Tradition her ein maskulin dominierter Sport der unteren sozialen Schichten, der im Zuge seiner Modernisierung\/Globalisierung Zug\u00e4nge auch f\u00fcr Frauen \u00f6ffnet, und zwar in beiden Segmenten, in jenem der Aktiven ebenso wie in jenem der Fans. Diese &#8222;Integration&#8220; verl\u00e4uft jedoch widerspr\u00fcchlich und im Spannungsfeld konkreter Sexismen. Das sind nur einige der kultursoziologischen Problemfelder, denen sich Prof. Roman Horak (Uni Wien) im Rahmen seiner kaleidoskopischen Analysen widmet.<\/p>\n<p><strong>II Block 13\/14.06.2008 Fr. ab 9. Uhr<\/p>\n<p>&#8222;Eigentore &#8211; Zur ideologischen und sozialen Funktion des Fu\u00dfballsports&#8220; &#8211; (Prof. Gerhard Vinnai, Uni Bremen): Fr. 9 \u2013 12 Uhr JM-HS 1 <\/strong><\/p>\n<p>Wo sich nach Ansicht der Sportideologen spielerisches Treiben entfaltet, werden, so der Sozialpsychologe Gerhard Vinnai (Uni Bremen), in Wahrheit Elemente der fremdbestimmten Arbeitswelt verdoppelt, bekommen die Menschen die Rationalit\u00e4t des Kapitals eingebl\u00e4ut, herrscht die Vernunft des Profits. Unter dem Schein der freien Entfaltung verhindert der Sport, dass der K\u00f6rper dem lebendigen Genuss zur Verf\u00fcgung steht, zementiert er das Realit\u00e4tsprinzip einer Gesellschaft, die K\u00f6rper und Seele von einer wildgewordenen \u00d6konomie ausbeuten l\u00e4sst. Auf dem Sportplatz wird das reibungslose Funktionieren ge\u00fcbt, werden die Bed\u00fcrfnisse so manipuliert, dass ihr subversives Moment nicht zum Tragen kommt: die Pseudoaktivit\u00e4t mit dem Lederball kanalisiert die Energien, die das \u201eGeh\u00e4use der H\u00f6rigkeit\u201c sprengen k\u00f6nnten. Der Fu\u00dfballsport erzieht den Typus Mann, der zum robusten Einsatz seiner Kr\u00e4fte unter der Anleitung anderer bereit ist. Die gesellschaftliche Unvernunft begn\u00fcgt sich nicht damit, falsches Bewusstsein auszus\u00e4en, sie programmiert die Psyche mit Mustern eines Verhaltens, das sich der \u00dcbermacht der Verh\u00e4ltnisse f\u00fcgt &#8211; nicht zuletzt mit Hilfe des Sports. F\u00fcr die Sportanh\u00e4nger gilt die Maxime eines autorit\u00e4tsfixierten, masochistischen Charakters, die das Fortbestehen repressiver, demokratisch nicht kontrollierter gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse erm\u00f6glicht: \u201eSich qu\u00e4len ohne zu klagen ist die h\u00f6chste Tugend, nicht die Abschaffung oder wenigstens die Verringerung des Leidens.\u201c Die Tore auf dem Fu\u00dfballfeld sind aus dieser Perspektive \u201eEigentore der Beherrschten\u201c. Der Fu\u00dfballkult ist in unserer Gesellschaft zu einer Art Lebensersatz geworden. Die unter gro\u00dfer Anteilnahme der Bev\u00f6lkerung zur Fu\u00dfballweltmeisterschaft 2006, verbunden mit wirtschaftlichen Interessen, kulturindustriell angeheizte Fu\u00dfballbegeisterung in Deutschland und \u00e4hnliche Strategien in \u00d6sterreich machen dies besonders sichtbar. Viele Intellektuelle versp\u00fcren heute regelrecht den Drang, sich als Fu\u00dfballfans zu outen, anstatt, wie es ihre Aufgabe w\u00e4re, kritisch \u00fcber die soziale Rolle des Fu\u00dfballsports nachzudenken. Der Vortrag will eine kritische Auseinandersetzung mit dem organisierten Fu\u00dfballsport anregen, indem er auf illusion\u00e4re soziale Bindungen hinweist, die er erzeugt und seine Beziehung zu entfremdeter Arbeit sichtbar macht. Fragw\u00fcrdige Z\u00fcge seines Einflusses auf die Erziehung von Jugendlichen sollen deutlich gemacht werden. <strong>Der Referent:<\/strong> Gerhard Vinnai, bis 2005 Professor f\u00fcr Analytische Sozialpsychologie an der Universit\u00e4t Bremen.<\/p>\n<p><strong>\u201eAntirassistische Fu\u00dfballarbeit und Fanbetreuung bei der Euro 2008\u201c &#8211; Mag.Michael Fanizadeh (Wien): Fr. 13.30 \u2013 15 Uhr JM-HS 1 <\/strong><\/p>\n<p>Aktion Fair Play Die Initiative \u201eFairPlay. Viele Farben. Ein Spiel\u201c wurde 1997 am Wiener Institut f\u00fcr Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (vidc) im Rahmen des EU-Jahres gegen Rassismus gestartet. FairPlay-vidc f\u00fchrt seitdem mit Vereinen, Fanclubs, MigrantInnenorganisationen und Schulen interkulturelle Aktivit\u00e4ten im \u00f6sterreichischen Fu\u00dfball und Sport durch. FairPlay-vidc ist Gr\u00fcndungsmitglied und zentrale Koordinationsstelle des 1999 in Wien gegr\u00fcndeten europ\u00e4ischen Netzwerks Football Against Racism in Europe (FARE). Ziel des Netzwerkes ist es, Fremdenfeindlichkeit und die Exklusion von Minderheiten im europ\u00e4ischen Fu\u00dfball aufzuzeigen und diesen pro-aktiv entgegenzutreten. Momentan sind \u00fcber 300 Faninitiativen, antirassistische Fu\u00dfballprojekte, MigrantInnenorganisationen, Vereine und SpielerInnengewerkschaften in 38 L\u00e4ndern bei FARE aktiv. FARE ist dar\u00fcber hinaus ein langfristiger Corporate Social Responsibility Partner der UEFA. In diesem Kontext wurde FARE von der UEFA damit beauftragt, bei der UEFA EURO 2008 in \u00d6sterreich und der Schweiz ein pr\u00e4ventives Programm gegen Rassismus und Fanbetreuungsprogramm durchzuf\u00fchren. Der Vortrag wird einerseits die Projektgeschichte von FairPlay-vidc und FARE erl\u00e4utern, andererseits auch die Projekte rund um die EURO 2008 (Organisation und Aufbau der Fanbetreuung) vorstellen und zudem Diskriminierungstendenzen rund um den Fu\u00dfball analysieren. <strong>Der Referent:<\/strong> Mag. Michael Fanizadeh ist Politologe und arbeitet am Wiener Institut f\u00fcr Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC). Dort ist er mit der Organisierung des antirassistischen Sportprojekts \u201eFairPlay. Viele Farben. Ein Spiel\u201c (<a href=\"http:\/\/www.vidc.org\/fairplay\" target=\"_blank\">www.vidc.org\/fairplay<\/a>) sowie mit der Koordinierung des europ\u00e4ischen Netzwerkes \u201eFootball Against Racism in Europe \u2013 FARE\u201c (<a href=\"http:\/\/www.farenet.org\/\" target=\"_blank\">www.farenet.org<\/a> ) betraut.<\/p>\n<p><strong>\u201eFu\u00dfball, Fans, B\u00fcrger \u2013 alle(s) unter Kontrolle?!\u201c Fu\u00dfball als Exerzierfeld des \u201epr\u00e4ventiven Sicherheitsstaates\u201c? &#8211; Mag. Mathias Kapferer (Innsbruck): Fr. 15.30 \u2013 17 Uhr JM-HS 1 <\/strong><\/p>\n<p>Anhand der in den letzten Jahren geschaffenen Kontroll- und \u00dcberwachungsm\u00f6glichkeiten in und rund um die Fu\u00dfballstadien soll aufgezeigt werden, wie die dort scheinbar von allen akzeptierten Ma\u00dfnahmen in das Leben jedes einzelnen Menschen \u00fcbernommen werden. Polizeiliche Befugnisse, die zur Verhinderung und Aufkl\u00e4rung m\u00f6glicher Straftaten einer kleinen Gruppe innerhalb der Fu\u00dfballszene scheinbar erweitert werden m\u00fcssen, werden Teil des gesamten Straf- und Polizeirechts und damit f\u00fcr jeden B\u00fcrger verbindlich oder auch zur Bedrohung. Konkrete Erfahrungen aus verschiedenen Strafverfahren und Verfahren zur Kl\u00e4rung von Polizeima\u00dfnahmen beweisen, dass diese Entwicklung zu einer echten Bedrohung des Rechtsstaates f\u00fchren kann. Erg\u00e4nzt werden diese staatliche Einschr\u00e4nkungen der Freiheit des einzelnen durch umstrittene private Kontroll- und Sanktionsma\u00dfnahmen der Fu\u00dfballvereine und Stadionbetreiber. Gemeinsames Ziel scheint zu sein: der gl\u00e4serne Fu\u00dfballfan als Vorbild f\u00fcr den gl\u00e4sernen B\u00fcrger. Ist daher der Fu\u00dfball in seiner jetzigen Entwicklung Motor und Vorbild f\u00fcr einen Typus Staat, der auf massiver privater und \u00f6ffentlicher Kontrolle und Sanktionierung jeglichen abweichenden Verhaltens aufgebaut ist? <strong>Der Referent:<\/strong> Matthias Kapferer, mangels ausreichendem Talent als Fu\u00dfballer Jus-Studium in Innsbruck, Mietrechtsberater, Bediensteter des Landes Tirol, ab 1995 Ausbildung als RA und seit 1998 selbst\u00e4ndiger RA in Innsbruck; Schwerpunkt der beruflichen T\u00e4tigkeit in den Bereichen Miet- und Wohnrecht, Strafrecht, Vereinsrecht, Familienrecht; langj\u00e4hriger juristischer Wegbegleiter einer aus seiner Sicht faszinierenden Fanszene in Innsbruck.<br \/>\n<strong><br \/>\n\u201eDie \u00d6konomisierung der Gesellschaft\u201c &#8211; Dr. Bernd Lederer (Wiss. Assistent, Uni Innbsruck): Sa. 9.00 \u2013 10.30 Uhr HS 6<\/strong><\/p>\n<p>Fu\u00dfballvereine, die nach Markennamen benannt sind, Stadien (bzw. \u201eArenen\u201c), die den Namen von Konzernen tragen und dabei ein breites, konsumfreudiges Sitzplatzpublikum jenseits aktiver Fankulturen attraktieren sollen, oder auch die Verbannung von Fu\u00dfballspielen ins Pay-TV: F\u00fcr die exzessive Kommerzialisierung des Fu\u00dfballsports finden sich gen\u00fcgend Belege. Dabei, so der Tenor des Vortrags, ist Fu\u00dfball als Teil der Unterhaltungs- und Kulturindustrie nur ein gesellschaftlicher Teilbereich von vielen, die im Zeitalter des oft als \u201eNeoliberalismus\u201c apostrophierten vorherrschenden gesellschaftspolitischen und \u2013kulturellen Paradigmas gem\u00e4\u00df den Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der Marktgesellschaft organisiert werden. Am Beispiel der \u00d6konomisierung des Bildungssystems wir aufgezeigt, dass es sich hierbei letztlich um dieselben strukturell vermittelten Ursachen besagten Kulturverlustes handelt. <strong>Der Referent:<\/strong> Dr. phil. Bernd Lederer, wiss. Assistent an der Uni Innsbruck, zuvor an den Unis Regensburg und K\u00f6ln, zudem l\u00e4ngere T\u00e4tigkeit als Lehrkraft und Dozent im Bereich berufliche Vorbereitung und Bildung.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Sexismus im Fu\u00dfball\u201c &#8211; Mag. Antje Hagel (Kulturwissenschaftlerin, Offenbach): Sa. 10.45 \u2013 12.45 HS 6 <\/strong><\/p>\n<p>M\u00e4nner, Frauen und Fu\u00dfball &#8211; das geh\u00f6rt zusammen &#8211; aber wie? Welche Tendenzen und Mechanismen sozialer Ausgrenzung sind wahrnehmbar und werden am eigenen Leib erfahren? Sexismus im Stadion f\u00fchlt sich manchmal ganz knallhart an, manchmal muss die eine oder andere erst drei Mal schlucken, bevor sie das Gef\u00fchl, was sie beschleicht, beschreiben kann. Aber weibliche Fu\u00dfballfans genie\u00dfen es auch, nicht auf die Rolle der Frau festgeschrieben zu sein. Sie k\u00f6nnen vieles ausprobieren, was f\u00fcr M\u00e4nner reserviert ist. Im Stadion lernen M\u00e4dchen und Frauen, dass es viele verschiedene Handlungsm\u00f6glichkeiten gibt. Zur Nachahmung empfohlen. <strong>Die Referentin:<\/strong> Die Kulturwissenschaftlerin Antje Hagel ist seit 2001 im Fan-Projekt Offenbach t\u00e4tig. Rassistische, sexistische und alle anderen Arten von Ausgrenzungen &#8211; nicht nur im Fu\u00dfball \u2013 sind Themen des Gr\u00fcndungsmitglieds des Offenbacher Fanmagazines ERWIN. Sie ist zudem Mitbegr\u00fcnderin des Netzwerkes &#8222;Frauen im Fu\u00dfball&#8220;, ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen und Fanarbeiterinnen.<\/p>\n<p><strong>\u201eDer FC St.Pauli \u2013 im Spannungsfeld zwischen Kommerz und selbstorganisierter kritischer Fanszene\u201c &#8211; Dipl.-P\u00e4d. Roger Hasenbein (Hamburg): Sa. 14.00 \u2013 16.00 HS 6<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage, inwieweit moderner, m\u00f6glichst erfolgreicher Profifu\u00dfball ohne Kommerz \u00fcberleben kann, steht im Mittelpunkt der Bem\u00fchungen seitens einer an den Prinzipien Mitsprache, Teilhabe und Selbstorganisation orientierten Fankultur, die Fan-Sein nicht als passiy-konsumistische Freizeitgestaltung missversteht und somit stets Gefahr l\u00e4uft, von den ausufernden Kommerzialisierungstendenzen des modernen Fu\u00dfballs unterdr\u00fcckt zu werden. Am Beispiel des FC St. Pauli und seiner Fankultur werden die mit diesem Problemfeld assoziierten Fragen analysiert. <strong>Der Referent:<\/strong> Roger Hasenbein, Aufsichtsratsmitglied des FC St. Pauli, Mitglied im \u201eB\u00fcndnis aktiver Fu\u00dfballfans\u201c (BAFF)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4chtige Bengalenchoreos sind nur ein Teil der vielseitigen Fankultur Die Fakult\u00e4t f\u00fcr Bildungswissenschaften der Universit\u00e4t Innsbruck und die Faninitiative Innsbruck organisierten unter dem Motto \u201eDie Kanten des runden Leders&#8220; &#8211; Fu\u00dfball als Spiel, Sport und Spektakel\u201c eine Diskussion\u00a0 mit ExpertInnen aus \u00d6sterreich und Deutschland in offenen Lehrveranstaltungen die Bedeutung des Fu\u00dfballs in der Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":16,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-17","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-c3-abgeschlossene-projekte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":254,"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17\/revisions\/254"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}