{"id":311,"date":"2018-08-28T14:20:58","date_gmt":"2018-08-28T12:20:58","guid":{"rendered":"http:\/\/faninitiative.at\/?p=311"},"modified":"2018-08-28T14:20:58","modified_gmt":"2018-08-28T12:20:58","slug":"stellungnahme-der-faninitiative-innsbruck-zu-den-geschehnissen-beim-bundesligaspiel-des-fc-wacker-innsbruck-gegen-rapid-wien-am-26-august-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/2018\/08\/28\/stellungnahme-der-faninitiative-innsbruck-zu-den-geschehnissen-beim-bundesligaspiel-des-fc-wacker-innsbruck-gegen-rapid-wien-am-26-august-2018\/","title":{"rendered":"Stellungnahme der Faninitiative Innsbruck zu den Geschehnissen beim Bundesligaspiel des FC WACKER INNSBRUCK gegen Rapid Wien am 26. August 2018"},"content":{"rendered":"<p>Wie einigen Medien bereits zu entnehmen war, protestierte die Innsbrucker Fanszene mit einem Kurzauftritt im H\u00fctteldorfer Weststadion gegen Schikanen der Polizei und des Ordnungsdienstes. Wie es dazu kam, m\u00f6chten wir in folgender Aussendung zu erkl\u00e4ren versuchen.<!--more--><br \/>\nDie Anfahrt per Bahn verlief ohne f\u00fcr uns relevante Zwischenf\u00e4lle. Ab Ankunft in Wien sah man sich, wie erwartet, einem stattlichen Polizeiaufgebot gegen\u00fcber. Auch die Dimension solcher Eins\u00e4tze ist selten medial Thema, hat aber unseres Erachtens schon l\u00e4nger jeglichen Bezug zur Realit\u00e4t verloren. Das besonnene Verhalten der Fans und auch die Vorfreude auf das Ausw\u00e4rtsspiel sorgten daf\u00fcr, dass es am Weg zum Stadion zu keinen nennenswerten Zwischenf\u00e4llen kam. Immer wieder wurde der Fanmarsch gestoppt und das Bedrohungsszenario, welches man f\u00fcr ein paar Fu\u00dfballfans schuf, hatte es nat\u00fcrlich in sich. Jedoch stellt dies keine Ausnahme dar &#8211; wer regelm\u00e4\u00dfig seinem Verein zu Ausw\u00e4rtsspielen folgt, muss sich damit mittlerweile zwangsl\u00e4ufig arrangieren.<br \/>\nDass der Fu\u00dfmarsch zum Stadion alles in allem sehr ruhig verlief, wurde auch mehrmals von polizeilicher Seite gew\u00fcrdigt. Anscheinend zu ruhig f\u00fcr die 2. Kompanie der Wiener Einsatzeinheit, welche an diesem Nachmittag im Einsatz war. Komplett \u00fcberraschend kam es kurz vor der Ankunft am G\u00e4stesektor zu einem Angriff auf den Fanmarsch. Eine Gruppe von BeamtInnen st\u00fcrmte in den vorderen Teil der Gruppe und versuchte, wild um sich schlagend, einzelne Personen herauszuziehen. Nur das solidarische Verhalten aller Wackerfans verhinderte hier Schlimmeres. Wohlgemerkt wurde bis zu diesem Zeitpunkt weder Pyrotechnik gez\u00fcndet, noch sonst irgendein strafrechtlich relevantes Verhalten gesetzt. Der Einsatzleiter gab sehr bald auf eine seiner Position inh\u00e4renten peinliche Art zu verstehen, wer hier das Sagen hat. In Anbetracht der polizeilichen \u00dcberzahl sah man sich jedoch gezwungen k\u00fchlen Kopf zu bewahren, um dennoch rechtzeitig vor Spielbeginn im Stadion zu sein. Dass eine Eskalation um jeden Preis gew\u00fcnscht war, sp\u00fcrte man ab diesem Zeitpunkt deutlich.<br \/>\nSo begaben sich die schwarz-gr\u00fcnen Fans unter Beschimpfungen so mancher Beamter in Richtung Stadioneingang. Hier wurde die anf\u00e4ngliche Verwirrung ob des Einlasses genutzt um gezielt Leute aus der Gruppe zu isolieren. Von mehreren Seiten wurden offenbar wahllos Personen markiert, die als n\u00e4chstes dran seien. Grund f\u00fcr dieses Verhalten konnte auch auf Nachfrage keiner genannt werden. Und wieder war es dem solidarischen Zusammenstehen der Anh\u00e4ngerInnen zu verdanken, dass die Staatsmacht mit ihrem Vorgehen keinen Erfolg hatte. Die nun k\u00fcnstlich provozierte Verz\u00f6gerung am Einlass, welche dazu f\u00fchrte, dass trotz Ankunft \u00fcber eine Stunde vor Spielbeginn bald klar war, dass es unm\u00f6glich werden w\u00fcrde rechtzeitig im Stadion zu sein, schaukelte die Stimmung weiter auf.<br \/>\nDaraufhin trat der Ordnerdienst des Heimvereins auf den Plan. Komplett unbedenkliche Zaunfahnen die seit Jahren bei jedem Spiel dabei sind, mussten erst von 4 verschiedenen Personen abgesegnet werden, ehe man sich damit wieder ganz hinten in der Reihe anstellen durfte. Dieses schikan\u00f6se Vorgehen schien mit der anwesenden Polizei abgestimmt, so geschah nichts ohne die pr\u00fcfenden Augen mehrerer Beamter. Den H\u00f6hepunkt bildete ein Spruchband, das trotz mehrmaliger Intervention auch von szenekundigen Beamten, vom Verein ohne Angabe von Gr\u00fcnden verboten wurde. All dies f\u00fchrte dazu, dass die letzten Ausw\u00e4rtsfans erst \u00fcber 30 Minuten nach Spielbeginn die Kontrollen bis auf die Unterw\u00e4sche hinter sich gebracht hatten.<br \/>\nSehr bald manifestierte sich der Gedanke, dass die Fanszene sich dieses Vorgehen nicht gefallen lassen w\u00fcrde und geschlossen das Stadion wieder verl\u00e4sst. Entgegen vorheriger gegenteiliger Zusagen zeichnete sich nun auch noch das Kioskpersonal aus, in dem man Fans die R\u00fcckzahlung der Geldbetr\u00e4ge verweigerte, welche vorher auf eine eigene Stadionkarte gebucht wurden. Reihenweise in den M\u00fcll geworfene Karten zeugen davon, dass sich dieses Vorgehen f\u00fcr den Verein wohl ordentlich gelohnt hat. Nach dem Verlassen des Sektors wurden die Anh\u00e4ngerInnen bereits von offensichtlich \u00fcbermotivierten Beamten erwartet. \u201eIhr Woamen gh\u00f6rt zammghaut!\u201c, ist nur ein Beispiel f\u00fcr den homophoben Sprachgebrauch der Cops an diesem Nachmittag. Und obwohl Dienstnummern nach mehrmaligen Interventionen beim Kommandanten der WEGA herausgegeben und so gut es geht Videoaufnahmen gemacht wurden, fehlt uns ganz ehrlich gesagt auch die Muse, solche Sachen anzuzeigen. Die Gefahr einer Gegenanzeige inklusive Beschuldigungen bis hin zur schweren K\u00f6rperverletzung einerseits, oder die zu erwartende Abreibung wenn das n\u00e4chste Mal niemand hinschaut andererseits ist uns ein mit h\u00f6chster Wahrscheinlichkeit eingestelltes Verfahren dann doch nicht wert. Wer daran zweifelt, m\u00f6ge sich die Diskrepanz zwischen Anzeigen im Zusammenhang mit Polizeigewalt und Verurteilungen zu Gem\u00fcte f\u00fchren.<br \/>\nF\u00fcr die Faninitiative Innsbruck ist der Glaube an Konsequenzen f\u00fcr die Verantwortlichen gering, zu sehr erschweren der Corpsgeist innerhalb der Staatsmacht und dessen Deckung durch die Politik eine unvoreingenommene Aufarbeitung der Geschehnisse. Die Stimmung im Land und f\u00fchrende Pers\u00f6nlichkeiten im Innenministerium, die sich solche Szenen insgeheim herbeisehnen um endlich hart durchgreifen zu k\u00f6nnen, tun ihr \u00fcbriges. Und um ehrlich zu sein k\u00f6nnen wir es auch niemandem ver\u00fcbeln, der an unseren Ausf\u00fchrungen zweifelt. Wer nicht selbst in irgendeiner Form ungerechtfertigte Polizeirepression erlebt hat, kann sich schwer vorstellen wozu die Damen und Herren in Uniform bereit sind.<br \/>\nWir als Faninitiative sehen es unter anderem als unsere Aufgabe darauf hinzuweisen, eine Gegen\u00f6ffentlichkeit zu erm\u00f6glichen und Betroffenen Geh\u00f6r zu verschaffen. Somit bleibt uns nur der Versuch Druck auf alle Beteiligten und deren Handlanger, auf Bundesliga und Vereine sowie politisch Verantwortliche auszu\u00fcben um der ausufernden Repression gegen organisierte Fu\u00dfballfans Einhalt zu gebieten. Sich derartiges Verhalten nicht gefallen zu lassen, nicht trotzdem einen aufgesetzten Zirkus im Sektor zu veranstalten und damit solche Vorgehensweisen auch noch zu legitimieren geh\u00f6rt f\u00fcr uns als erster Schritt dazu.<\/p>\n<p>Faninitiative Innsbruck, August 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie einigen Medien bereits zu entnehmen war, protestierte die Innsbrucker Fanszene mit einem Kurzauftritt im H\u00fctteldorfer Weststadion gegen Schikanen der Polizei und des Ordnungsdienstes. 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