{"id":320,"date":"2018-11-12T11:51:36","date_gmt":"2018-11-12T10:51:36","guid":{"rendered":"http:\/\/faninitiative.at\/?p=320"},"modified":"2018-11-12T13:18:50","modified_gmt":"2018-11-12T12:18:50","slug":"homophobie-raus-aus-den-stadien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/faninitiative.at\/index.php\/2018\/11\/12\/homophobie-raus-aus-den-stadien\/","title":{"rendered":"Homophobie raus aus den Stadien!"},"content":{"rendered":"<p>In der letzten Ausgabe der Stimme der Kurve wurde ein Text zum Thema Homophobie im Fu\u00dfball ver\u00f6ffentlicht, welchen wir euch heute noch einmal pr\u00e4sentieren wollen. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass wir als Faninitiative diesem Thema gro\u00dfe Bedeutung zuschreiben und hoffen durch die Thematisierung zum Zur\u00fcckdr\u00e4ngen von homophoben Aktivit\u00e4ten aus dem Stadion beitragen zu k\u00f6nnen. Ein zweiter Grund ist, dass beim Ausw\u00e4rtsspiel des FC Wacker Innsbruck in Graz aus dem G\u00e4stesektor der Gesang \u201eSchwuler SK Sturm!\u201c zu vernehmen war. Wie der nachfolgende Text zeigt, handelt es sich hierbei nicht um eine harmlose Beschimpfung des Gegners, sondern um eine Beleidigung von homosexuellen Menschen, der wir uns vehement verwehren wollen.<\/p>\n<p>Schenkt dem Thema eure Aufmerksamkeit und setzt euch gemeinsam gegen jede Diskriminierung im Stadion und \u00fcberall sonst ein!<\/p>\n<p>Laut einer Dalia-Studie aus dem Jahre 2016 (n=12000) sind 6,2% der \u00d6sterreicher*innen homosexuell. Der allseits bekannte Kondome-Hersteller Durex f\u00fchrte ebenfalls eine Studie durch, bei welcher sogar 15% der \u00d6sterreicher*innen angaben, bereits homoerotische Erfahrungen gesammelt zu haben. Rein statistisch betrachtet m\u00fcsste es also in unserem Profi-Kader ein bis zwei homosexuelle Spieler geben, oder sogar vier Spieler mit homoerotischen Erfahrungen. Viele werden jetzt sagen, dass dies sicher nicht der Fall sei, da sich die Spieler bestimmt l\u00e4ngst geoutet h\u00e4tten. Doch gerade im Fu\u00dfball ist Homosexualit\u00e4t nach wie vor ein Tabuthema, sodass Profi-Spieler anstatt sich zu outen, lieber auf eine Scheinpartnerschaft einlassen, weil sie Nachteile durch ihr \u201eComing-out\u201c bef\u00fcrchten. Das ist auch tats\u00e4chlich der Fall, da es immer wieder Spieler*innen oder Trainer*innen gibt, welche bekr\u00e4ftigen, dass sie mit keinem\/keiner Homosexuellen in einem Team spielen k\u00f6nnten, aus welchem Grund auch immer. Neben den Aussagen der Spieler*innen und Trainer*innen gibt es auch noch uns Fans, die mit ihrem Verhalten die Enttabuisierung der Homosexualit\u00e4t im Fu\u00dfball erschweren. Der Schiri pfeift schlecht und ist somit eine \u201eSchwuchtel\u201c, der Spieler geht nicht richtig in den Zweikampf und wird als \u201eWoarmer\u201c tituliert, die Spielerin wird schnell zur \u201eKampflesbe\u201c. Schwul sein wird also zum Synonym f\u00fcr alles Schlechte im Spiel herangezogen. Doch gerade diese Stereotypisierung von \u201eguter Fu\u00dfball = m\u00e4nnlich\u201c hinkt. Warum sollten homosexuelle Spieler nicht m\u00e4nnlich, hart und k\u00f6rperbetont Fu\u00dfball spielen k\u00f6nnen? Man erinnert sich nur an Thomas Hitzelsberger, welcher sich in der h\u00e4rtesten Liga der Welt, der Premier League, aufgrund seiner \u00e4u\u00dferst harten Spielweise den Spitznamen \u201eThe Hammer\u201c erworben hat. Nach seinem Karriereende hat er sich als homosexuell geoutet. Homosexualit\u00e4t hat also nichts mit einer weichen, schwachen und schlechten Spielweise zu tun. Doch kommen wir zur\u00fcck zu unseren Zahlenspielen: Angenommen das Tivoli-Stadion ist mit 13.000 Zuschauern (+2000 G\u00e4sten) gegen den LASK ausverkauft und wir stimmen \u201eSchwuler, Schwuler ASK!\u201c an. Abgesehen davon, dass schwul sein nichts Schlimmes und erst recht keine Beleidigung darstellen sollte, beleidigen wir mit diesem Lied nicht nur die Scheiss Linzer. Nein, auch die (statistisch gesehen) rund 800 homosexuellen Anh\u00e4nger*innen unseres FC Wacker Innsbruck im Stadion sind Ziel der Beleidigung. Wir beleidigen uns also selbst. Oft kommt dann das Argument, dass es eh nicht beleidigend gemeint sei. Sch\u00f6n f\u00fcr denjenigen, doch ein Heterosexueller darf und kann nicht dar\u00fcber entscheiden wann sich ein homosexueller Mensch diskriminiert zu f\u00fchlen hat und wann nicht. Warum ist es so wichtig, dass wir uns als Fu\u00dfballfans gegen Homophobie stellen? Es gibt homosexuelle Fu\u00dfballspieler*innen, daran l\u00e4sst sich nicht zweifeln. Trotzdem wagen es die allerwenigsten ihre sexuellen Vorlieben frei auszuleben. Dadurch entsteht f\u00fcr die Betroffenen ein enormer psychischer Druck, welcher mit ein Grund f\u00fcr die horrende Anzahl an Suiziden und Suizidversuchen unter Homosexuellen ist. Laut einer Studie der Universit\u00e4t Salzburg (2004) liegt die Suizidrate bei dieser Gruppe in \u00d6sterreich rund 7-mal h\u00f6her als bei Heterosexuellen. Jeder dritte Suizidversuch wird von einem gleichgeschlechtlich orientierten Menschen begangen. 90% davon geschehen in der Altersgruppe der 15 bis 27-J\u00e4hrigen. Hauptursache daf\u00fcr sind die geringe soziale Unterst\u00fctzung, Diskriminierung sowie Ausgrenzung. Wir Fu\u00dfballfans sind die gr\u00f6\u00dfte Subkultur und haben somit einen gesellschaftsformenden Charakter, wir gehen sozusagen als Vorbilder voran. Lasst uns also eine Kurve leben, in der sexuellen Vorlieben keine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Faninitiative Innsbruck, November 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der letzten Ausgabe der Stimme der Kurve wurde ein Text zum Thema Homophobie im Fu\u00dfball ver\u00f6ffentlicht, welchen wir euch heute noch einmal pr\u00e4sentieren wollen. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass wir als Faninitiative diesem Thema gro\u00dfe Bedeutung zuschreiben und hoffen durch die Thematisierung zum Zur\u00fcckdr\u00e4ngen von homophoben Aktivit\u00e4ten aus dem Stadion beitragen zu k\u00f6nnen. 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